Das Schulmodell der Hamsterkiste verzichtet auf verpflichtende Hausaufgaben. Selbstverständlich kann jedes Kind zuhause freiwillig an Aufgaben aus der Schule weiterarbeiten oder sich mit eigenen Fragestellungen und Lernideen beschäftigen. Aber es spricht wenig dafür, von Kindern die Erledigung von Aufgaben zu verlangen, die in der Schule nicht erledigt wurden oder den Unterricht ergänzen sollen.
Es spricht allerdings vieles dagegen. Das wichtigste Gegenargument: Hausaufgaben können bestehende soziale Ungleichheiten verstärken. Schüler aus bildungsfernen Familien oder mit wenig Unterstützung zu Hause sind benachteiligt, weil sie Hausaufgaben allein oder mit wenig Hilfe erledigen müssen. Kinder mit Zugang zu Nachhilfe, Büchern oder digitalen Tools haben einen unfairen Vorteil gegenüber denen, die diese nicht haben.
Im Unterrichtsalltag erfordert die Kontrolle und Besprechung der Aufgaben oft unverhältnismäßig viel Zeit. Hausaufgaben sind eine ständige Quelle von Stress und belasteter Lernatmosphäre, besonders auch in den Familien. Kinder sollten jedoch fröhlich und unbeschwert zur Schule kommen und sie als Ort von Bestätigung und Erfolg erleben.
Im
Schulmodell der Hamsterkiste ist eine feste Zeit für selbstständiges Arbeiten der Kinder vorgesehen. Nach dem Unterricht sollten Kinder
Zeit für Sport, Musik, Kunst oder soziales Engagement haben. Diese Aktivitäten sind für die persönliche Entwicklung essenziell und deutlich wichtiger als Hausaufgaben, deren Sinn den Kindern oft nicht einmal einleuchtet.